Überführungen, Rosi, Familienfest, Zugfunk (nicht der Podcast), GSM-R
In dieser Folge berichtet Hendrik von einer nahezu epischen Reise, die eine Verfilmung durch Christopher Nolan wert wäre. Zudem gibt es eine detaillierte Erklärung, warum der Ausfall des Zugfunks nicht das Achillesferse der Eisenbahn ist.
Diese Folge kommt ohne euer Feedback, dafür aber mit der Ankündigung zur 100. Folge.
Viel Spaß beim Reinhören.
100
Kommt zur Folge 100 und seid live dabei! Dafür müsst ihr nicht mal euer Haus, ja nicht mal euer Bett verlassen. Kommt auf den Zugfunk Discord Server am 03.10.2026 18:00.
Baureihen
- Zugfunk Discord Server
- Marcus' Überführung
- RoSi
- Der erste Twindexx für den Saxonia-Express ist da!
- Talbot Services – Tradition in Aachen
- Was ist GSM-R? Das veraltete Funknetz hinter dem Bahn-Stillstand | BR24

Liebe Zugfunker,
Sehr schön, dass ihr ein solches Special zu eurem 100. Folge Jubiläum vorbereitet!
Ein Vorschlag für ein neues Hauptthema: Sebastian erklärt im Podcastgespräch den Reisezug-Tf wie man einen Güterzug fährt und bremst. Ganz praktisch und direkt aus seiner eigenen Umschulung vom Fernverkehr zu Cargo.
weiter so & Grüße
Philipp
Ich liebe ja eure Geschichten aus der Laberecke! Aber um die Storys als Außenstehender wirklich von A bis Z nachvollziehen zu können, braucht es manchmal ein paar grundlegende Eckdaten, die bei Hendriks letzter Erzählung etwas zu kurz gekommen sind. Da wurden an einigen Stellen nämlich deutlich mehr Fragen aufgeworfen, als beantwortet.
Am Anfang hieß es nur: Die Twindexx haben ein Redesign bekommen und müssen jetzt von „dort“ nach Dresden überführt werden. Da habe ich mich gefragt: Wo ist denn bitte „dort“? Hat Hendrik das Datenschutzgründen nicht gesagt? Auch die Abfahrt war extrem rasant – zack, losgefahren, und auf einmal war man in Dortmund. Kein Mensch weiß, wie ihr überhaupt dahin gekommen seid, wo eure Reise gestartet ist und was euer eigentliches Ziel war.
Erst im Laufe der Geschichte kam bei mir Licht ins Dunkel: Die Fahrzeuge haben also bei Talbot in Aachen ein Redesign erhalten und mussten von dort nach Dresden überführt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Ihr seid mit einer Lok (wobei die Baureihe natürlich ein gut gehütetes Geheimnis blieb) vermutlich von Dresden über eine unbekannte Route ganz nach Aachen gefahren. Solche Basics braucht man einfach, um zu wissen, worum es in der Geschichte überhaupt geht!
Offene Fragen für die nächste Runde in der Laberecke:
– Herkunft & Alter: Wo waren die Fahrzeuge vorher im Einsatz, warum fahren sie dort nicht mehr und warum brauchen sie überhaupt schon ein Redesign, so alt sind die Dinger doch noch gar nicht?
– Der Umbau: Was wurde in Aachen eigentlich genau gemacht? Ich nehme stark an, da wurde nicht nur WLAN eingebaut. Hätte man das WLAN für die Überführung nicht einfach komplett ausschalten können? Dann sollte das WLAN eigentlich keine Störungen verursachen können und man hätte sich das schleppen mit der Lok gespart.
– Flottenstatus: Wie viele Züge erhalten dieses Redesign? Ist das jetzt der allererste gewesen, sind die anderen schon fertig, oder stehen noch weitere Abholungen an, die dann vielleicht auch wieder Hendrik übernimmt?
– Überführungslogistik: Ihr habt jetzt einen Zug abgeholt. Wäre es nicht deutlich effektiver gewesen, direkt drei oder vier Fahrzeuge zu kuppeln und gemeinsam zu überführen?
– Die Kupplungstechnik: Die Twindexx haben eine Scharfenberg-Kupplung, die Lok dagegen eine klassische Schraubenkupplung. Habt ihr die Hilfskupplung bereits in Dresden (oder am Startbahnhof) montiert, oder hat der Twindexx eine Hilfskupplung an Bord, die ihr erst vor Ort in Aachen angebracht habt?
– Werksverkehr & Logistik: Seid ihr mit der Lok direkt auf das Werksgelände von Talbot gefahren und brauchtet ihr dafür einen speziellen Werkslotsen? Und stand der Zug dort so unglücklich im Weg, dass man direkt das halbe Werk lahmgelegt hat, oder warum hieß es, ihr hättet „alles blockiert“?
Zum Thema „ist GSM-R veraltet?“ – Ja! Das Problem ist nicht, dass es nicht funktioniert oder so. Das Problem ist, dass die Gerätehersteller (egal ob Core Komponenten wie HLR, Base station Equipment im Feld oder Mobilgeräte) nurnoch wenig Herstellersupport haben. Das heißt man hat eine Technik mit Spezialfunktionen, die wenig Nachfrage haben -R) auf einer Basis, die sonst auch kaum noch verbaut wird. Das macht Instandhaltung teurer. Das ist so lange es läuft egal. Es tut, was es soll. Ausbau und Wartung aber kompliziert.
Zum Thema „Warum lässt man nicht einzelne Züge fahren“ wäre meine Vermutung, dass Fdl, BZ, … schon genug zu tun haben Rückfragen abzuklären, wenn da bei ner Mrnge an Zügen der Funk ausfällt und die vor roten Lichtern stehen stehen. Man schaut, wo man SEV organisiert bekommt, etc. Wenn da mal aufnkleinem Gebiet ne Funkzelle ausfällt und dann da einzelne verwirrte Tf über Rückfallebene anrufen bekommt man das abgewickelt. Aber netzweit … zumal Frage auch ist: Wie weit hängt denn die interne Kommunikation an GSM-R? Können die Stellwerke untereinander kommunizieren oder gehen die auch auf Rückfallebene? Und das alles, wo man hofft, dass ein Neustart des Systems das löst. (Was es ja offenbar auch hat, nur hat man das Gesamtsystem Eisenbahn einmal in sicheren (Zu-)Stand gebracht, bevor man das gemacht hat)
Hallo,
Ich als Ortskundiger möchte Hendrik berichtigen. Den Bahnhof Aachen Süd gibt es nicht mehr. Früher gab es dort 2 durchgehende und 2 nicht durchgehende Hauptgleise, heute gibt es nur noch die Üst Aachen Süd. Wahrscheinlich habt ihr die Lok im Gbf Aachen West abgestellt, wo viele Cargo-Loks von sehr vielen verschiedenen Unternehmen ihren Platz finden. Dort sind auch häufig Gleise frei. Im Gegensatz dazu gibt es am Aachener Hbf die Gleise 10 und 11, in die jeweils 3 Loks reinpassen. Diese sind aber sehr oft belegt und sobald eine Lok weg ist kommt schnell die nächste. Da passiert es dann schnell, dass man keinen Platz mehr bekommt. Ansonsten sehr tolle Geschichte. Eine Frage noch: Seid ihr auf der Hinfahrt nach Düsseldorf über Köln oder über Mönchengladbach gefahren.
LG
Hallo zusammen,
danke mal wieder für euren Blick auf den täglichen Zirkus.
## Odyssee
1. Fahrplan – sicher, dass ihr an der richtigen Stelle angerufen habt? Entweder seid ihr im Fahrplanbüro raus gekommen, dann ist die Aussage: „nach Planabfahrt ändern wir an dem Plan nichts mehr“ üblich. Was auch sein kann: Eine Lok Lz ist bei einem Fahrplan nicht das gleiche Produkt, wie ein Lr. Das Ändern dieser Zuggattung ist ebenso nicht möglich -> neuer Fahrplan erforderlich. Einen neuen Fahrplan in der Fahrlage eines anderen Zuges (der dann ausfallen muss) zu konstruieren geht auch nur, wenn die Planabfahrt noch nicht vorbei ist.
Ja, das ist alles ärgerlich, aber zum Schluss ein Schusselfehler der Person, die den Fahrplan bestellt hat. Bei Kontrolle der Fplo hätte das im Vorfeld ebenfalls auffallen können, aber die sparen sich auch fast alle EVU, die ich kenne.
2. Warten auf Fahrplan – eine Spezialität, die der Fahrplan SO seit über 10 Jahren zu wahrer Perfektion erhoben hat. Fahrplan Mitte war in der Disziplin vor 25 Jahren schon sehr gut. Da das nur leider nicht die weißen Züge betrifft, interessiert es eben auch niemanden. Es sind schon viele Menschen daran verzweifelt – auch bei InfraGo. Da scheitern gern auch schon mal Baustellen, weil die Baumaschienen und das Baumaterial mangels Fahrplan nicht am eigentlichen Ziel zur richtigen Zeit ankommt.
3. Meinen Glückwunsch an Hendrik. Nach diesem Erlebnis bin ich geneigt ihm die Taufurkunde Deutschland-Tf auszuhändigen. Für die Medallie braucht es noch ein bisschen Streckenkunde, aber der Grundstein ist gelegt. Die Leidensfähigkeit ist nachgewiesen.
=> Bisher hat es noch keiner durchgefochten (zum Glück auch nicht müssen), aber aus meiner Sicht ist DB Netze und seine Nachfolger Netz und InfraGO Grund genug die Ausnahmeklausel im ArbzG zu ziehen. „Schichtlänge? Egal, wir warten auf den Fahrplan | freie Trasse. Das bekommst du bezahlt, aber zählt nicht als Arbeitszeit zu deiner Schicht!“
## GSM-R
– ETCS braucht GSM-R. Es war mal angedacht zumindest auf GPRS (paketbasierte Datenübertragung) zu wechseln, aber das ist meines Wissens nach nicht umgesetzt worden. Die Sim-Karten können aber nur 2G und GPRS.
– ETCS-Spezial: Auch das Betriebsverfahren DgF (Durchfahren gestörter Funkbereiche) – funktionsfähig validiert, aber inzwischen in der Zulassung aufgegeben – wäre auch keine Hilfe gewesen. Hier ging es „nur“ um bekannte Funklöcher. Eine Rückfallebene für eine gestörte Funkverbindung in ETCS gibt es meines Wissens nach nicht. Das ändert sich auch nicht unter FRMCS.
– 2. Rückfallebene GSMR-Hotline: wisst ihr, ob man da nicht auch auf dem GSM-R-Telefon des Fdl landet? Wenn nun aber die Infrastruktur dahinter nicht funktioniert, dann geht diese Rückfallebene auch ins Leere