Simulatoren, Dampfloktreffen, U-Bahn Museum, schriftlicher Befehl

Wir geben einen kleinen Einblick, wie wir simulieren, schauen zurück auf eine Aussage von Marcus, die für Missmut gesorgt hat und besprechen sogar zwei Zeitungsartikel. Natürlich darf auch euer Feedback nicht fehlen.

Hinweis: Die Tonqualität vom Tom ist auf weiten Teilen der Aufnahme unterirdisch. Leider ist das schon auf der Aufnahme und konnte nachträglich nicht restauriert werden.

Dennoch viel Spaß beim Reinhören.

Eure Gastgeber

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Marcus Metzdorf
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Hendrik Hähnel
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Florian
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Tom

16 Meinungen zu “#95 Passierschein

  1. Zum Simulator: Marcus hat erzählt, dass er mehrere Rollen übernehmen muss. Unter anderem Fahrdienstleiter. Aber ich finde, Markus macht einen hervorragenden Fahrdienstleiter. Davon konnte ich mich Anfang des Jahres beim Fortbildungsunterricht überzeugen. Da gab es eine Szene zwischen Fahrdienstleiter und Tf und die Stimme des Fahrdienstleiters kam mir doch ziemlich bekannt vor. Die Lokführerin war eine Ausbilderin aus Dortmund. Dazu würde mich interessieren, ob ihr das zusammen aufgenommen habt oder hat jeder seinen Part gesprochen und hinterher wurde es einfach zusammengeschnitten und wie bist du überhaupt zu dem Job gekommen, also als Fdl-Stimme im Unterricht meine ich?

  2. Das ist natürlich sehr bedauerlich, dass die Aufnahme verloren gegangen ist. Aber wie konnte das denn überhaupt passieren? Ich meine, vor kurzen gab es mal eine Folge, wo Markus am Anfang gefragt hat, ob bei jedem die Aufnahme läuft und ob das Backup läuft. Demnach müsstet ihr doch eine Rückfallebene haben, wenn irgendeine Aufnahme verloren geht oder wie genau funktioniert das? Vielleicht könnt ihr mal erklären, wie ihr so eine Folge produziert.

  3. Hallo,
    vielen Dank für die wie immer schöne Folge. Als „geübter“ Fahrgast möchte ich eine kleine Anmerkung zu euer Einordnung des 1. Presseartikels abgeben.
    Ich stimme euch vollständig zu, dass die angezeigten Verspätungen je nach Situation komplett andere Verlässlichkeiten haben. Ich nutze diese Info, sofern ich sie bekommen kann, auch, um meine weitere Reise zu planen. Nun habe ich leider keinen Zugriff auf DB-Mitarbeiterapps und würde mir sehr wünschen, sie würden entsprechende Infos auch im DB Navigator anzeigen. Es gibt aber glücklicherweise auch für uns normale Fahrgäste Möglichkeiten, das zumindest abzuschätzen.

    Wenn man sich auf der Website bahn.expert die Verbindung ansieht, wird bei den Echtzeitangaben zwischen Vorhersagen und eingetretenen Zeiten unterschieden. Das heißt, wenn ein Zug am letzten Signal vor dem Bahnsteig vorbeifährt, wird die Ankunftszeit bestätigt und im Fettdruck dargestellt. Nicht-bestätigte Zeiten sind mit normaler Schriftdicke dargestellt. Gleiches gilt für die Abfahrt bei Vorbeifahrt am nächsten Signal. Öffnet man den Zuglauf und sieht, dass der Zug beim letzten Halt mit etwa der angezeigten Verspätung auch tatsächlich abgefahren ist, dann weiß man, es handelt sich um derzeitige Verspätung. Wenn dann keine weitere Störung auf dem Weg ist, ist die Zeit verlässlich. Steht der Zug hingegen irgendwo rum, aktualisieren sich die angezeigten Vorhersagen leider nicht (soweit ich gehört habe, passiert das nur bei Vorbeifahrten an Signalen). Wenn nun die Ankunftszeit des nächsten Unterwegshaltes verstrichen, aber nicht bestätigt ist, dann weiß man, zwischen welchen Stationen der Zug gerade steht und kann anhand der Entfernung abschätzen, wie viele Minuten der Zug mindestens noch brauchen wird, sobald er sich wieder in Bewegung setzt (Dort, wo es gar keine Signale gibt, gibt es auch keine bestätigten Ankunfts- und Abfahrtszeiten, das sollte man bei Nebenbahnen im Kopf behalten). Weitere Verspätung, wie durch das Hinterherfahren hinter einem Güterzug, ist dadurch natürlich nicht ersichtlich, aber wie ihr korrekt meintet, weitere Verspätungsgründe können immer auftreten.
    Bei vielen DB Zügen ist es sogar noch etwas besser, dort wird einem auf einer Karte angezeigt, an welcher Position der Zug zuletzt seine Position gemeldet hat, zu welcher Zeit das war und teilweise (das habe ich bisher nur beim Fernverkehr gesehen) wie schnell er dort war. Die Updates erfolgen meistens mehrfach pro Minute, was quasi ein Live-Tracking ermöglicht. Und wenn der ICE dann konstant 80 fährt, kann man sich seinen Teil dazu denken und mit noch weiter hochzählender Verspätung rechnen.

    Dazu eine kleine Anekdote. Leider kenne ich die genauen technischen Eigenschaften der Verspätungsvorhersage nicht (eine Folge dazu wäre sehr spannend), auf jeden Fall aktualisierte sich diese bei einem ICE aus irgendeinem Grund nicht, sie wurde auch nicht manuell angepasst und er war somit vollkommen pünktlich an allen Halten angezeigt. Er war aber nicht pünktlich. 15min nach der geplanten Abfahrtszeit, bis dahin pünktlich angeschrieben, verschwand er in Leipzig von den Anzeigetafeln. Unter den Reisenden brauch Verunsicherung aus. Die Positionsupdates funktionierten jedoch, sodass ich wusste, dass der Zug nur noch wenige Minuten vom Bahnhof entfernt war. Ich habe das Wissen dann an umstehende Reisende, die sich zur DB Information aufmachen wollten, weitergegeben, sonst hätten sie den Zug ggf. verpasst. In der Situation hätte mehr Personal am Bahnsteig (mit den korrekten Informationen) auf jeden Fall geholfen. Aber viel besser fände ich, standardmäßig alle verfügbaren Informationen weiterzugeben, dann könnten alle Reisenden sich selbst ein Bild machen. Ich kenne das aus Großbritannien, da steht an den Anzeigetafeln auch, zwischen welchen Stationen sich der Zug aktuell befindet. Solange die angezeigte Zeit korrekt ist, braucht man diese Info nicht, aber sie ermöglicht auch den Fahrtfortschritt besser nachzuvollziehen und könnte somit auch das Bewusstsein für die Entwicklung von Verspätung verbessern.

    Abschließend noch eine Anmerkung zu manuellen Prognosen aufgrund größerer Störungen. Die sind durch einen Verspätungssprung im zukünftigen Zuglauf recht gut zu identifizieren, wobei da aus meiner Sicht das viel größere Ärgernis ist, dass eine Störung bekannt, aber noch keine Prognose manuell eingegeben ist. Daher prüfe ich auch immer, wenn im DB Navigator oder auf strecken-info.de eine Störung eingetragen ist, ob sie in der Vorhersage schon berücksichtigt ist. Wenn nein, brauche ich die angegebene Zeit gar nicht erst zu beachten, weil sie eh nicht stimmen wird. Da rate ich dann lieber anhand meiner Erfahrung selbst eine Verspätung.

    Meiner Meinung nach sollte es technisch möglich sein, all das im DB Navigator anzuzeigen. Mich würde das sehr freuen. Die Kehrseite wäre, dass Reisende durch eine Angabe „Verspätung nicht absehbar“ eventuell auch stark verunsichert sein könnten, auch wenn es am Ende dann gar nicht so schlimm wird. Eine perfekt auf alle Reisenden passende Lösung wird es wohl nicht geben.

    Viele Grüße
    Frederik

  4. Moin,
    Sehr Schöne und Spannende Folge.
    Eine Simulator Frage: In der Zusi Hobby Edition werden die Streckenmodule ja immer weiterentwickelt. Werden die Module für euch angepasst Entwickelt?
    Oder kommen die vllt. auch aus der Hobby Version? Und wie Groß ist das Streckenasenal dann?
    PS: Ich war dieses Jahr auch wieder beim Dampfloktreffen gewesen. Bin immer wieder gerne bei den Nachtfotoveranstaltungen.

    LG
    Holger

  5. Hallo,
    das EBA macht schon einige Zeit keine Zulassungen mehr. Aktuell sind es „Genehmigungen für das Inverkehrbringen“ („von Fahrzeugen“ oder „von Fahrzeugtypgenehmigungen“) (siehe Eisenbahn-Inbetriebnahmegenehmigungsverordnung).

    MfG
    Zu- und Anlasser

    1. Zunächst einmal ein Lob für eine interessante und unterhaltsame Folge (trifft zum Glück auf alle Folgen zu ;-))

      Hier dann wieder der Bericht aus Bonn:
      (Zu den Anzeigezeiten der Abfahrten)

      Auf unseren DFI (dynamischen Fahrgastinformationssystem) wird auch immer nur die Minutenzahl angezeigt, wie weit das Fahrzeug von der Station entfernt ist.
      Zur Funktion gibt es eine Sachgeschichte aus der Sendung mit der Maus.
      In Bonn haben wir ein Feature, bei dem Fahrzeuge die, ich meine 2min, keine signifikate Bewegung machen statt mit einer Minutenzahl, die sich nicht ändert, mit dem Text STAU versehen sind. Kommt vom Bus, wird aber auch im Bahnbereich gezeigt und amüsiert die Kunden, sagt aber genau das aus. Das Fahrzeug steckt fest.
      Ob es hinten im Stau steht oder diesen ausgelöst hat, ist ja mal egal.

  6. ### Presseecke

    Liebe Zugfunker.
    Danke für eure Sicht auf die herausgegriffenen Presseartikel.
    Bei dem Artikel über den Bericht der Taskforce muss ich aber Kritik üben: Ich finde es in Ordnung, dass ihr euch beschwert, dass eine Zeitung nur eine Meldung weitergibt und diese nicht einordnet. Das sollte besser gehen. Darüber hinaus seid ihr aber kein bisschen besser, da ihr euch offensichtlich nicht mal die Mühe gemacht habt den originalen Maßnahmenkatalog anzusehen. Mindestens 1 Person sollte das aus eurem Kreis im Vorfeld zu tun, damit ihr keinen Quark erzählt und vllt. sogar eine gehaltvolle Einordnung zustande bringt. Statt dessen stellt ihr Vermutungen an, was in dem Dokument drin steht.

    Es gibt einige zu kritisierende Punkte, andere wurden schon durch die Beschleunigungskommission 2022 genannt. Ich bin aber gerade am Handy deswegen keine detailanalyse 😉
    Aber als Service hier der link zum originalen Dokument. Vielleicht erneuert ihr noch mal eure Einschätzung
    https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/bericht-taskforce-zuverlaessige-bahn.pdf?__blob=publicationFile

  7. Auch wenn die Fahrzeiten auf der VDE8 eindeutig für sich sprechen, muss ich zugeben, dass ich die Fahrten durch das Saaletal zu Studienzeiten jedesmal genossen habe – landschaftlich und auch als Fahrgast.

    PS: Die Fahrdienstleiterperspektive ist eindeutig eine Bereicherung für den Podcast.

  8. Schönen guten Abend, liebe Zugfreunde,

    ich möchte mit meinem Kommentar auf euren Exkurs eingehen, insbesondere auf die Frage, warum KNDS (ehemals KMW) Simulatoren teilweise veraltet sind, warum diese Systeme so teuer sind und weshalb ich die Bezeichnung „die Panzerbauer“ etwas schwierig finde.

    Zunächst ein kurzer Exkurs zu mir: Ich bin zwar kein EiB, habe aber durch meine Familie einen sehr engen Bezug zur Bahn – bei uns ist tatsächlich fast jeder Lokführer oder in irgendeiner Form mit der Deutschen Bahn AG verbunden. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die S-Bahn Berlin, die in eurem Podcast leider häufig etwas zu kurz kommt. Liebe Grüße an die S-Bahn!

    Beruflich bin ich Soldat bei der Bundeswehr und beschäftige mich unter anderem mit Rüstung und Beschaffungsprozessen. In diesem Zusammenhang gab es tatsächlich Überlegungen innerhalb der Bundeswehr, eigenes Personal – also Zugführer – auszubilden, um beispielsweise Truppentransporte unabhängiger von der Deutschen Bahn durchführen zu können oder im Verteidigungsfall eigenes Rollmaterial vorzuhalten. Diese Pläne wurden jedoch aufgrund der damaligen sicherheitspolitischen Lage und der vorherrschenden Sparpolitik nicht weiterverfolgt.

    Kommen wir zu den Simulatoren: Ein wesentlicher Grund für die hohen Kosten liegt in der Komplexität der Entwicklung. Man darf nicht vergessen, dass viele dieser Systeme zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme absoluter Stand der Technik waren. Zudem war KMW damals auch an Entwicklungen im Bahnsektor beteiligt – hier sind beispielsweise die Baureihen 218 und 401 zu nennen.

    Auch wenn sich das Portfolio von KNDS inzwischen verändert hat, ist die Firma eben nicht nur auf den Bau von Panzern beschränkt, sondern war und ist auch im Bereich innovativer technischer Lösungen aktiv. Gerade im Simulationsbereich wird inzwischen wieder verstärkt gearbeitet. Allerdings sind solche Entwicklungsprozesse naturgemäß langwierig.

    Ein zentraler Fokus liegt dabei auf einer möglichst realitätsnahen Fahrphysik und Systemabbildung. Genau hier entsteht jedoch oft ein Spannungsfeld zwischen den betrieblichen Anforderungen der Deutschen Bahn AG und den technischen sowie wirtschaftlichen Zielsetzungen des Herstellers. Hinzu kommt, dass diese Simulatoren nicht ausschließlich für die Deutsche Bahn produziert werden, sondern weltweit zum Einsatz kommen. Dadurch sind Kompromisse und gewisse Abstriche leider unvermeidbar.

    Und ich hätte tatsächlich mal eine Frage noch dazu. Ich hoffe jemand von euch ist damit vertraut. Aber könnt ihr mir vielleicht den Unterschied zwischen PZB und ZDE der S-Bahn erklären?

    Mit freundlichen Grüßen

    Leon

    1. Hallo,
      da der Podcast ja „Zugfunk“ heißt und unter euch Leute sind, die mit Ausbildung zu tun haben:
      Klopft FRMCS schon an der Tür oder steht es noch an/hinter dem Horizont?
      Denkt ihr, dass ihr die Welle, die da eventuell kommt, bewältigen könnt?
      Wird es etwa so laufen: Solange ignorieren (Spezifikation ist ja noch nicht 100% da) bis auf Panikmode umgeschaltet wird.

      VG
      ERTMS-Mensch

      1. Bei mir ist das nur aus Interesse Thema. Für Tf eher nicht, da es nur ein neues Kommunikationsgerät (das gibt es immer wieder mal und die sind durchweg ein Mysterium, aber die Bedienung durch die Normung sehr ähnlich) mit neuer Funktechnik werden wird. Es braucht halt eine zusätzliche Antenne, neue Kabel und ein bisschen Hardware. Die Anbindung der neuen Modems an die ETCS-OBU muss gelöst werden. Alles keine Themen für Tf…

        Nebenbei: selbst das Härten der GSMR-Zugfunkgeräte gegen Störfrequenzen hat viele Jahre Verlängerung gebraucht und ich will nicht ausschließen, dass noch immer Tfz ohne Filter draußen rum fahren (aus Gründen..)

        1. Hallo,
          schöne Folge, vielen Dank!
          Zum Thema angezeigte Verspätung und Prognose ist noch zu sagen, dass die im Navigator und am Bahnsteig angezeigte Verspätung gerade bei Drittanbietern oft grottig ist. Habe das so ähnlich sowohl bei Averio und Alex erlebt. Für mich sieht es da so aus, dass für diese Züge überhaupt keine Prognose berechnet wird. Die Ankunftsverspätung am letzten Halt wird mit optimistischer Fahrzeit auf die folgenden Halte übertragen. Selbst wenn die Standortmeldung am Ausfahrtssignal ausbleibt, wird die Prognose nicht angepasst – erst mit der Meldung springt sie plötzlich nach oben. Umläufe sind auch oft nicht beachtet. Dort lässt sich vieles verbessern.
          Habt ihr irgendwelche Einblicke, warum das so ist? Läuft da die Kommunikation zwischen den EVUs und Netze schlecht? Evtl. ist die bessere Prognose auch ein Service, der bestellt und bezahlt werden müsste.
          Viele Grüße
          Josef

    2. Stimmt. Da gab es doch sogar mal Überlegungen 407 zu beschaffen, die binnnen kurzer Zeit als Lazarettzug umgerüstet werden können.. im Zusammenhang mit RailBaltika sicher keine so dumme Idee für den Hinterkopf. Bis dahin gibt es vllt. auch den Europa-Schnellzug (in Anlehnung an die aktuellen E-Tfz mit halb Europa auf der Zulassung)

      @Zugfunk – ihr habt es leider nur angedeutet, aber es interessiert mich wirklich: welche Funktionen bei den KMW-Sim vermisst ihr bei Zusi? Habt ihr mal versucht diese FeatureRequest bei Zusi einzubringen? Gibt es funktionale Unterschiede zwischen den KMW-Sim-Generationen (außer, dass einige wackeln)?

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